Ist es (...) einfach nur das Gefühl, nicht loslassen zu können weil einfach zu viele schöne Erinnerungen daran haften.
Genau das ist es bei mir. Meine schönste UO-Zeit liegt mehr als 2 Jahre zurück (auf dem Freeshard \"Drei Monde\" - RIP :( ). Das war eine einmalige faszinierende aufregende Zeit voller Spannung und Abenteuer, in der ich völlig in das Spiel versunken bin und meinem virtuellen alter ego irgendwann mehr Aufmerksamkeit zukommen liess, als mir selbst.
UO hat mich seitdem nie wieder so faszinieren können, wie damals (das lag vielleicht auch daran, dass damals noch alles frisch und neu war), aber ich kann es auch heute nicht loslassen, weil ich immer noch den alten nostalgischen Erinnerungen hinterherjage und versuche, wenigstens einen Teil der besonderen Atmosphäre von damals erneut erleben zu können.
Was war das besondere an einem so ordinären, unorganisierten, beinahe anarchischen Server wie Drei Monde, das für ein so einmaliges Spielerlebnis gesorgt hat?
Wichtigster Punkt: Die Spieler. Ich habe nie wieder eine so tolle UO-Community erlebt, wie auf 3M, die sich zwar ständig gezofft hat, die aber wirklich zusammenhielt und als ganzes ein Gesicht hatte. Wir hatten sogar einige Nicht-Deutschsprachige Spieler auf dem Server - das gab trotzdem kaum Probleme - und sonst jede Menge ziemlich besonderer Menschen und Menschinnen. ;)
Nächster Punkt: Die Freiheit. Es gab auf 3M (das Wort \"Anarchie\" legt es schon nah) kaum Regeln, zumindest kaum Regeln, an die sich jemand hielt. Spieler konnten sich ihren Charakter so bauen, wie sie wollten, insofern sie gewillt waren, genug Zeit in das Spiel zu stecken, um ihren Charakter mit mehreren Skills auszubauen. Es gab kein Klassensystem, wie es heute fast jeder Shard hat, das einen Spieler auf eine sehr enge und unabwechslungsreiche Spielweise festlegt. Es gab kaum Rollenspielauflagen, die z.b. von vornherein irgendwelche Konflikte zwischen den Rassen vorgaben, die gefälligst in das eigene Rollenspiel zu integrieren sind oder einen dazu zwangen, auf gewisse Bequemlichkeiten der Engine zu verzichten (Pferde für Zwerge, Bandagen durch Rüstungen, das übliche...)
Das besondere Wesen des Spieles auf 3M war die tolle Eigendynamik, die sich in diesem Regel-Vakuum entwickeln konnte. Die Spieler haben der Welt mit ihrem ungezwungenen Spiel selbstständig ein Gesicht gegeben, sich zusammengeschlossen oder bekriegt, es wurden Spielerstädte gebaut und um Spielerstädte gekämpft. Das Rollenspiel war eher \"light\" - ooc war verboten und es gab tolle Quests, je nachdem, welcher GM gerade einmal Lust hatte. Der Selbstanspruch war dabei einfach nicht so hoch. Leider hat der Server unter einem inkompetenten und planlosen Staff gelitten, der sich nicht bewusst war, welchen Schatz der Shard eigentlich darstellte und ihn letztendlich ruiniert hat. Ich war als Staffmitglied damals selbst daran bis zu einem gewissen Grad beteiligt..
Im Prinzip ist ein solcher Shard, der sich völlig auf die Eigendynamik der Spieler verlässt und ihnen dabei alle Freiheiten gibt, ein völlig ungezwungenes Spiel aufzubauen auch heute noch mein Traumshard - den es aber leider nicht mehr geben wird.
Zum einen zieht ein solcher Shard naturgemäss immer Kiddies, Random PKs, Powergamer etc. an. auf 3M war die Community der eingespielten Spieler über den Grossteil der Zeit so stark, dass diese keinen Fuss in die Tür bekamen - das war etwas seltenes, wenn nicht einmaliges.
Zum anderen braucht so ein Shard erst einmal die Spieler. Ohne diese hat er nichts zu bieten. Von Null anzufangen - mit einem Server ohne irgendwelche supertollen und einmaligen Scripts und ausgefeiltes Konzepte ist heute nicht mehr möglich.
Dass sich der inoffizielle Drei Monde-Nachfolgeshard \"Fate - dein Schicksal\" heute immer noch hält und einfach nicht totzukriegen ist, ist ein echter Anachronismus....
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