Lange hatten die Bürger des Herzogtums Britannia friedlich vor sich her gelebt, gingen täglich mit Fleiß ihren Pflichten nach und huldigten ihren Göttern, wie es von ihnen erwartet wurde. Über all dem wachte Jilyana, die Herzogin, die mit strenger Hand für Recht und Ordnung sorgte und dafür, dass der Respekt vor dem Adel gewahrt wurde.
Doch langsam traten Risse in die friedlich-bürgerliche Welt Britannias. Nach einem Streit mit dem benachbarten Waldreich Yew löste Britannia jeden Friedenspakt auf, und das hatte Feinde Yews geweckt, jene, die einem rebellischen Bürgerrat feindlich gegenüberstanden und ihn für unrechtmäßig hielten, weil er die göttliche Ordnung und mit ihr das Recht des Adels auf die Herrschaft in Frage stellte. Und es weckte andere, neugierige, machthungrige, die im nun allein dastehenden Yew einen schwachen Gegner sahen, den es von seinem Posten zu verdrängen galt. Und so schlossen sich einige tapfere Krieger zusammen und hatten schon bald den Rat der Yewer Bürger vertrieben und selbst die Herrschaft übernommen. Ein Wandel ging durch Yew und aus dem verschlafenen Waldstädchen wurde eine gut befestigte Kriegerstadt.
Doch auch an den Grenzen Yews gab es Veränderungen. Das Kloster der barmherzigen Schwestern Libanùs hatte lange leer gestanden und jeden Einfluss auf der Insel verloren. Doch nun gab es wieder eine Hand voll Menschen, die ihr Leben in den Dienst der Göttin stellten und versuchten, all dem aufkeimenden Hass und der bürgerlichen Gleichgültigkeit der Menschen mit Barmherzigkeit und Warmherzigkeit entgegenzutreten, immer in dem Vertrauen, dass auch der dunkelste aller Magier das Gute in sich trug, um das es zu kämpfen galt.
Von all dem scheinbar unberührt, mühten sich die fleissigsten der Handwerker Britannias um den Bau eines Tempels, mit dem sie die Göttin der Handwerkskunst ehren wollten. Es war der Wunsch der Göttin Cunna selbst, der sich ihnen offenbart hatte, indem sie ihnen eine Botin geschickt hatte. Und niemand von ihnen, mochte er auch lieber den Lichtbringer Glaron verehren, wagte es, diesem Wunsch nicht nachzukommen, denn zu groß war die Angst, durch eine Weigerung die Gnade der Göttin und damit die handwerklichen Fähigkeiten zu verlieren.
In Moonglow, einst stolze Stadt der Magier, hielt der Zerfall Einzug. Nach dem Tod seines mächtigen und gefürchteten Führers, dessen Erbe von einem schwachen Sohn angetreten wurde, herrschten nun Führungslosigkeit, Missgunst und Chaos. Doch trat bisher niemand hervor, der bereit war, Moonglow wieder einen Namen zu geben und seinem Volk ein Führer zu sein.
Aber auch im Inneren des Herzogtums begann es zu bröckeln, ohne dass irgendjemand davon Kenntnis hatte. Dunkle Bedrohungen zogen auf und schickten sich an, Städte zu zerstören und aufrechten Bürgern das Heim zu entreißen, sie zu vertreiben und in ein ungewisses Schicksal zu stoßen. Doch diese dunkle Bedrohung war nicht das einzige, was einen Schatten über Britannia warf. Denn er, der Gebundene, der Dunkle, der gefährlichste aller Götter, hatte begonnen seine Anhänger sich zu scharen und schickte sich an, die Welt in den Abgrund zu stürzen.
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