Neuigkeiten vom Freeshard Terra Mystica
Rote Flecken auf blasser Haut! Ein oder zwei Tage lang, dann Husten. Husten bis fast zum Erbrechen. Am Tag darauf Erbrechen. Wieder und wieder. Dann Fieber, Schweiß auf der Stirn. Der Mann warf sich im völlig verschmutzen Stroh seiner Zelle hin und her, fantasierend und hin und wieder laut schreiend vor Schmerz. Die übrigen Gefangenen im Kerker hörten die Schreie und das Stöhnen und wurden unruhig. Tira, die Heilerin der Garde, vom Kerkermeister informiert, eilte herbei und machte ein bedenkliches Gesicht. Flecktyphus! Der Mann wurde ins Lazarett verlegt, seine Zelle sorgfältig mit Essigwasser ausgeschrubbt und ausgeräuchert.
Einige Tage lang geschah nichts weiter. Doch dann.... Eine Ratte torkelte durch das Stroh einer leeren Zelle, torkelte in eine finstere Ecke und verendete. Niemand bemerkte es. Andere Ratten näherten sich dem Kadaver - der Hunger trieb sie. Es dauerte nicht lang, da war von der toten Ratte nur noch ein Haufen säuberlich abgenagter Knochen übrig. Die Ratten aber liefen durch den Kerker - wie stets. Keine Zelle war vor ihnen sicher. Sie krochen durch die Kanalisation, drangen im Schutze der Nacht in Keller ein und liefen Treppen hoch, inspizierten Speisekammern und andere für Ratten irgendwie zugängliche Räume - und für Ratten sind fast alle Räume irgendwie zugänglich. Kein Haus von Britain war wirklich frei von ihnen, selbst wenn die Bewohner nur selten eine Ratte zu Gesicht bekamen, weil diese scheuen Gesellen sich nur im Schutze der Finsternis hervor wagten.
Ab und an fand man seine Vorräte angenagt oder beim Saubermachen ein paar trockene Kotstifte. Manchmal taten sie sich sogar am Leder von Sätteln und Zaumzeug gütlich. Der eigentliche Feind aber war fast unsichtbar und allgegenwärtig: Keine Ratte, kein Mensch war sicher vor Flöhen. Jeder Hund und jede Katze hatte sie. In manchem Teppich oder Bett, in fast allen Ritzen waren sie zuhause und lauerten dort auf ihre warmblütigen Opfer. Eine winzige, unbemerkte rote Stelle: Man kratzt sich und hat es gleich darauf wieder vergessen. So zumindest war es in früheren Tagen. Doch heute bewegt die Winzlinge mehr, als nur unstillbarer Durst nach Blut. Seit ein paar Tagen nehmen nicht nur, sondern sie geben auch. Ein Geschenk der schwarzen Dame tragen sie mit sich und teilen es mit jedem bemerkt oder unbemerkt gebliebenem Biss.
Sie verschenken Krankheit und möglicherweise gar - den Tod.
Du liebst Fantasy und Rollenspiel? Dann schau dich um und überzeug dich von den Ideen und der ausgereiften Spielwelt Terra Mysticas.
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mfg Aglarthiel

















