An einigen Orten in der Vergessenen Welt liegen die Zeitungen mit dem obligatorischen Spendenbeutel für Zeitung und Redaktion aus.
Die Dramatik der Brücke am Hafen.
Sie ist zerstört. Ja. Nun kann man nicht mehr zu den Schiffen und täglich brechen neue Trümmerteile weg. Aber wie kam es zu dieser fatalen Katastrophe? Wir sind der Sache auf den Grund gegangen. Befragen wir vor Ort Zeugen, so schlägt uns zuerst eine Übelkeit erregende Alkoholfahne entgegen und danach die allgemein verbreitete Antwort:
"DIEÄÄ LISCHTRIDDA WAOARNS! DES SAG I EU!"
Natürlich schreckten wir nicht davor zurück, dieses gequälte Grunzen eines Hafenbewohners, der das Denken schon vor langer Zeit als unwichtig abgetan hat, in allgemeine Worte zu fassen:
"Hier waren vor einiger Zeit einige suspekte Gestalten, gehüllt in güldene Rüstungen, sie brannten die Brücke vor unseren Augen nieder und verschwanden wieder."
Die Idiotie dieser Aussage steht außer Zweifel. Sie kommt von niemand anderem als Raban Telidas(37). Seine zwei größten Zitate beschränken sich auf: "Ich kann tote Eichhörnchen sehen" und "UuuhhhaaääähhhH". Das es hier, an diesem Ort, keine weiteren Antworten gibt, wird uns schnell klar und wir wechseln den Ort. Auf Magincia werden wir fündig. Kompetente Zeugen, die uns und unserer Leserschaft sagen, wie es wirklich war.
"Gwen" (57) - die Fleisch gewordene, lebende Kugel der magischen Absorption, bekannt für ihr umfassendes Repertoire an leeren Drohungen und hohlen Phrasen soll es gewesen sein. Als sie gerade von ihren Leibsklaven aus der Sänfte auf einen Lastenkran gehoben wurde und dieser brach, stürzte sie auf die Brücke, begrub ein halbes Dutzend verängstigter Leibeigenen unter sich und durchschlug nahezu ungebremst die Planken. Die Nachwirkungen dieser Naturkatastrophe forderten zahlreiche Opfer. So starben noch auf Magincia die Kinder von Fischern, welche von der kommenden Flutwelle überrascht wurden. Am Hafen erlagen dutzende Piraten den Entzugserscheinungen, da sie nicht mehr zu Helena (24) konnten, und so vom Alkoholfluss abgeschnitten waren. Um die wahren Ursachen zu retuschieren und nicht in Konflikt mit anderen Fraktionen zu geraten, vertuschten die Boten den Vorfall, zündeten die restlichen Leibsklaven und Holzreste an und bezichtigten die Lichtritter der Tat. Ob und wo Gwen an Land geschwemmt wurde, erfahren sie in der nächsten Ausgabe.
Danke an den Zeugen: Kendor da Xeron(67) - der Name wurde von uns leicht verändert, da er fürchtet ein Opfer von Racheakten zu werden, weil er als einziger den Mut aufbrachte.
"Liebling, isch will dass du mir etwas von dir schickst. Etwas von die letzte Nacht. Das Glas mit den Eidechsenaugen von deinem Nachtschrank. Das Rezept mit die Wiederbelebungstrank und ein paar von die Spinneneiern, die haben so schön gekrabbelt in meine Bauchnabel.
Für all die wissen was Frauen mögen. Delikate Spinneneier von Seraphina Pekala.
Leider hatten wir diese Woche keine Zeit die junge Heilerin Lyana zu treffen, aber wir kommen dem später nach. Stattdessen trafen wir Sharena Asthea(29) an einem ruhigen Ort und zeichneten die gelernte Gemüseverkäuferin.
*Das Bild nimmt ein Viertel der Seite ein und zeigt Sharena Asthea wie sie knapp bekleidet auf einem Stuhl sitzt, welcher mit der Lehne zum Betrachter zugewandt steht. Sie lächelt etwas, winkt und ihr Kopf liegt leicht verträumt auf ihrer Schulter.
Ab sofort zahlt die Redaktion jedem der Bilder von bekannten Persönlichkeiten des Reiches eine Prämie in schier unvorstellbarer Höhe. Die Personen sollten absolut realistisch dargestellt und nicht all zu sehr verhüllt sein.
"Deine Armut kotzt mich an" - wie oft schon musste Fallador(44) diesen Spruch ertragen, wenn er mit seinen reichen Verbrecherfreunden in den Hafen einritt und dabei kein Sualas hatte. "Ich kann es mir einfach nicht leisten" jammerte der gestandene Botenmagier. Aber einige Zwerge haben entdeckt, dass ihr Pferdefleischkonservierungsmittel die Haut dunkler werden lässt. Kaufen sie nun dieses Wundermittel aus Hammerfall und kaschieren sie ihre Armut.
Minoc - der Verfall der Stadt
Die Schönheit am Darunel. Blühendes Juwel der Handwerkskunst, Hochburg der Bierbrauer, Erz und Edelsteinlieferant für den gesamten Kontinent. Einst war es das. Heute erkennt man auf der Durchreise die Stadt fast nicht mehr wieder. Zerstörung, Verwüstungen, Plünderungen. Die Kranken und Toten liegen umklammert auf offener Straße, in der Erwartung abgeholt zu werden um in einem schlichten Massengrab verscharrt zu werden. An solchen warten schon die Tyrannensklaven der Dämonenprinzessin(82). Und ihre Verstrickung reicht weiter, als man auf den ersten Blick glauben mag. Man will uns weismachen, die Krise der Stadt wäre selbst verschuldet und die bitterbösen Boten trügen an allem die Schuld. Fragen wir ihren offiziellen Vertreter und bitten um eine Stellungnahme, so erhalten wir prompt Antwort: "Ey, gib mir sofort meinen Rum wieder, du verzogenes Stück!" Wie der aufmerksame Leser sofort feststellt, hat man dort ganz andere Sorgen, als dass man sich um Minoc kümmern könnte.
Dabei sind in der einst so beschaulichen Stadt ganz andere Kräfte am Walten. Elfen. Wie eine legendäre Plage haben sie die Stadt mit ihrer Verdorbenheit infiziert und versuchen sie weiter zu schwächen. Um die Menschen von einem gemeinsamen, entschlossenen Vorgehen abzubringen, brachten sie sogar schon Aushänge an, wo sie im Namen einer bekannten anonymen Alkoholikerorganisation Passiergelder verlangen.
Hinter diesem Plan steckt niemand anders als Garlens Lieblingself Leander(1282). Eine Kreatur, so abscheulich und ekelerregend, das Sharag(56) daneben erscheint wie ein Engel der Schönheitsgöttin(24) persönlich. Dieser Elf kennt keine Skrupel, keine Gnade, kein Mitleid und mordete sich schon in den letzten großen Kriegen mit Garlens verruchtem Namen auf dem Lippen durch die Scharen wehrloser Frauen und Kinder, welche von den unnennbar grausamen Gräueltaten der Elfen auf der Flucht waren. Er ist ein fanatischer, getriebener Irrer dessen Ableben ein Geschenk an die Welt wäre.
Mit der Hoffnung auf eine bessere, elfenfreie Zukunft werden wir sie weiter auf dem Laufenden halten. Bitte spenden sie an unseren Auslagenorten damit diese Zeitung weiter bestehen kann.
die Redaktion.

















